Projketbesuch Kinder die selbst oder deren Eltern von HIV/AIDS betroffen sind

Ein wirklich toller Termin erwartet uns am darauffolgenden Tag. Wir fahren ins sog. HIV- Projekt. Ein zugegeben echt blöder Name. Er hat sich so eingeschliffen da der richtige Name  wirklich sehr lang ist. Die Leiterin dieses Projektes ist die beeindruckende Mo Ngern Horm. Sie ist heute leider nicht da und hat zwei Vertreter instruiert. Grundsätzliche Informationen zu diesem Projekt finden sie unter diesem link. Es sind an diesem regnerischen Tag viele Menschen erschienen um uns zu treffen. Sie alle finden hier Hilfe, Unterstützung und die Gruppe gibt ihnen Kraft. Das Zentrum trägt den schönen Namen ‚New Life Center‘.

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New Life Center

Ein kleiner Hof nimmt den Besucher auf und man spürt hier sofort ein Gefühl von Gemeinschaft. Die Menschen die am Projekt teilhaben leben hier im Ort, Piang Luang, oder auch in anderen Dörfern der Gegend. Ich frage, wer denn heute am weitesten angereist sei. Eine Frau mit zwei kleinen Jungen, die sehr lebendig um sie herum wuseln, sagt, sie sei 2 Stunden gefahren. Wir sind beeindruckt und fühlen uns geehrt.  Aber sie erzählt noch mehr. Sie ist extra gekommen um uns zu danken. Sie erzählt, sie habe 4 Kinder. Ihr Mann ist HIV positiv. Sie und ihre Kinder sind negativ. Ihre beiden älteren Kinder, zwei Mädchen, wurden von uns mit Schulgeld unterstützt. nun hat die Älteste einen Kurs zur Krankenschwesternassistentin absoviert und die zweite lernt Buchhaltung.. Dies wäre ohne unsere Hilfe undenkbar gewesen und der Kleine wird ja nun auch im Projekt von between-borders unterstützt. Sie ist so dankbar und wir machen ein gemeinsames Foto.

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Uns interessiert ob und wie sich die Einstellung der Menschen in den Dörfern in denen sie leben, verändert hat was HIV/Aids betrifft. Eine wichtige Aufgabe des Projektes ist es, Aufklärungsveranstaltungen zu organisieren und durch zu führen. Damit haben sie scheinbar großen Erfolg gehabt. Im Gegensatz zu meinem letzten Besuch hier, können die Leute nun behaupten, daß sowohl in den Schulen als auch in den Communities Vorurteile abgebaut wurden und ein ganz normaler Umgang miteinander stattfindet. Ich finde das ist ein großer Erfolg. Schulungen finden aber auch statt zum Thema Medikation. Wie müssen die retroviralen Medikamente eingenommen werden und was ist zu beachten? Das einzige Kind, das HIV positiv ist, bekommt seine Medikation nun auch von staatlicher Stelle. Auch das hat sich positiv verändert.

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Unsere Unterstützung in diesem Projekt ist übrigens die Übernahme der Schulgebühr und die Transportkosten für die 56 Kinder die hier teilhaben. An diesen beiden Posten scheitert häufig ein Schulbesuch. Die Schule ist weit weg und die Gebühr können die Familien von ca. 4€ Tageslohn die ein Migrant hier auf dem Feld oder der Baustelle verdient, nicht bezahlen.

Zum Schluss wollen wir noch etwas über Wünsche und Verbesserungsvorschläge wissen. Man beschäftigt sich hier schon länger mit der Idee, einigen Familien mit Mikrokrediten, den Aufbau eines eigenen kleinen Geschäfts zu ermöglichen. Die Organisation PLAN veranstaltet hierzu Seminare. Es bestehen bereits konkrete Ideen.

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Ein Geschäft für traditionelle Shankleidung in Ban Piang Luang könnte beliefert werden, wenn 1-2 Nähmaschinen angeschaft würden. Der Gewinn aber auch ein evtl. Verlust wird zum Teil von der Community getragen. Eine tolle Idee, die aber auch Gefahren birgt. Kann die Gemeinschaft damit umgehen, wenn ein Geschäft misslingt und den Verlust alle tragen müssen? Wer sucht diejenigen aus, die als erste von einem solchen Kreditprofitieren würden? Es müssen natürlich vor allem Leute geschult sein zum Thema Mikrokreditwesen.

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Die Idee dahinter finde ich aber besonders toll. Sie würden nämlich gerne unabhängiger werden von der Hilfe von NGO’s wie uns. Aus dem Geldpool der entstünde, könnten dann nämlich Schulgegühr und Transportkosten gezahlt werden. Ich würde mich freuen über Leserraktionen zu diesem Thema und evtl. vorhandenen Erfahrungen, die jemand vielleicht gemacht hat.

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Dann werden wir noch von 4 Jugendlichen angesprochen, die Unterstützung für die Uni benötigen. Wir besuchen drei von ihnen zu Hause um zu erfahren wie ihre Lebenssituation ist.

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sie wollen studieren

Wir haben einen Sponsor, der aber ausdrücklich Waisen (Halb-oder Vollwaisen) unterstützen möchte. Diese haben fast immer schlechtere Startchancen und weniger support. Sie müssen noch häufiger mitarbeiten da sie häufig bei Großeltern leben, die zu alt zum Arbeiten sind. Dazu mehr im Bericht:  Shan Migrant Orphan Scholarship Support.

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