Lebensmittelknappheit in 6 Lagern entlang der Grenze

Shan State: Burma’s hidden humanitarian crisis

Seit einigen Monaten schauen viele voller Entsetzen nach Burma. Vor den Augen der Welt findet im Rakhine Staat im Westen des Landes, an der Grenze zu Bangladesh unter dem Vorwand der Terrorismusbekämpfung ein Genozid am Volk der Rohingha statt. 600.000 Menschen haben sich nach Bangladesh gerettet. Ungezählte Berichte von Ermordungen, Misshandlungen, Vergewaltigungen und anderen Greueltaten an 10tausenden Angehörigen der muslimischen Minderheit durch die burmesische Armee, machen uns fassungslos. Wie kann man Babys, Schwangeren, Alten, völlig wehrlosen Menschen solche Verbrechen antun und dabei straffrei wegkommen.

Soldaten auf dem Weg in den Shan Staat

So schlimm die Situation der Rohingha ist, vergessen werden nun die vielen anderen ethnischen Gruppen und Minderheiten, die in Burma weiterhin auch drangsaliert und getötet und vertrieben werden. Between-Borders arbeitet seit seinem Bestehen im Gebiet der Shan, im Nordosten Burmas bzw. an der thailändisch/burmesischen Grenze. Hier leben 6.200 Menschen in 6 Lagern. Hier leben Menschen, die Mitte bis Ende der 90er aus ihren Dörfern im Shan Staat fliehen mußten. Die burmesische Armee führte ihre ‚Kampagne der verbrannten Erde‘ durch und hat 1400 Dörfer niedergebrannt. Dabei töteten, vergewaltigten, misshandelten sie hunderte Menschen im Shan Staat, wie sie es nun mit tausenden Rohingha tun. 300.000 Menschen wurden in die Flucht getrieben. Es enstanden die IDP(internally displaced persons) Camps Loi Lam, Loi Sarm Sip, Loi Kaw Wan, Loi Tai Leng, Koung Jor, Gawng Mung Mong. Lediglich Koung Jor mit 420 Einwohnern, liegt auf thailändischer Seite. Die Flüchtlinge waren nie und sind nicht vom UNHCR als Flüchtlinge anerkannt. In all diesen Camps, ausser in Loi Lam, hat Between-Borders über die Jahre verschiedenste Hilfsleistungen erbracht. Von Infrastrukturhilfen, über medizinische Hilfe bis hin zu verschiedenen Bildungs- und Ausbildungsprogrammen.

Nähprojekt im Lager Loi Kaw Wan

 

IDP Camp

Im Oktober 2017 haben die großen internationalen Hilfsorganisationen nun die Lebensmittelhilfe für diese Camps drastisch gekürzt bzw. eingestellt. Es ist eine akute Notlage entstanden. Bereits jetzt ist die Situation sehr ernst. Die Begründung ist, das man jetzt, unter der neuen Regierung, eine Repatriirung der Flüchtlinge zurück in ihre Heimatdörfer im Shan Staat fördern will. Dies ungeachtet dessen, daß diese Regierung gerade von der internationelen Gemeinschaft beschuldigt wird, einen Genozid zu betreiben. Ungeachtet dessen, das es die Dörfer der Geflüchteten in vielen Fällen gar nicht mehr gibt, das sich dort, wo die Menschen ihr Land bestellt hatten, nun riesige Militärlager befinden.  Der Shan Staat wird gezielt militarisiert. Auf meiner Reise nach Kengtung Anfang diesen Jahres, habe ich etliche Militärbasen entlang der Straße passiert. Und das waren, wie gesagt, nur die an der Straße. Wie können die Menschen in den IDP Camps und in Koung  Jor unter diesen Umständen, ohne Angst um ihr Leben und ihre Zukunft wieder heimkehren?

Between-Borders ist zu klein um mit Lebensmittellieferungen an die Lager viel reissen zu können. Aber wir haben Freunde, die dies können und auch schon tun. Zum Beispiel leistet die PCF  Akuthilfe im koung Jor Camp. Sollten Spenden von Ihnen bei uns eingehen, die explizit für Lebensmittelhilfe in diesen Lagern im Verwendungszweck markiert sind, würde wir diese an die PCF weiterleiten.

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