26. Oktober 2026

Khamlao’s Weg

Ein Praktikum in der großen Stadt

Khamlao und ihre Eltern

Khamlao kam im Alter von 16J in unserer Stipendienprogramm. Sie besuchte die letzte Klasse der

 

eine Freundin aus der Heimat hilft beim Einzug. beide werden Arbeitskolleginnen sein

Khamlaos Mutter bekocht uns

Mittelschule. Als Kind einer migrantischen Familie aus Burma, hat sie keine faire Chance auf eine Bildung oder auch Ausbildung die der eines Kindes mit Thai ID gleichkäme. Nun ist sie 19 und hat den Weg in einer weiterführenden, berufsbildenen Schule mit Schwerpunkt

 Marketing gewählt. Eine Tätigkeit als qualifizierte Verkäuferin steht am Ende einer solchen Ausbildung. Aber auch ein eigenes kleines Geschäft, z. B. auf dem Markt wäre eine Möglichkeit. Die Familie lebt von Tagelöhnerarbeit auf einer Orangenplantage. Neben Khamlao werden auch 2 Enkel mit in der Familie aufgezogen. Mit dem geringen Einkommen der Familie (ca.155 €/mtl.) von dem auch noch regelmäßige Zahlungen abgehen um die Aufenthaltsgenehmigungen für alle Familienangehörigen zu erneuern, reicht für eine weiterbildende Schule nicht aus. Für Khamlao war also der Weg als Tagelöhnerin auf der Plantage vorgezeichnet. Bei unserem ersten Treffen erzählte sie mir von ihrem Traum, einmal einen eigenen kleinen Coffee Shop betreiben zu können.

 

Khamlao und das Familienmoped

Mit der Hilfe unseres Teilstipendiums kann dieser Traum für sie wahr werden. Khamlao kann zur Schule gehen. Sie war an ihrer Schule in Fang in einem Schulcafe tätig, was ihr riesigen Spass gemacht hat. Ausserdem hat sie mit Arbeit in einem Cafe in der Kleinstadt Fang, in der Nähe ihres Elternhauses zum Familieneinkommen beigetragen.

 

 

das Moped mit den Papieren und einem Helm werden übergeben

 

auf der neuen Arbeit mit den neuen Kolleginnen im 7eleven

Nun liegt ein Praktikum in der Großstadt Chiang Mai an. 18 Monate wird sie dort in einem 7eleven convenience store arbeiten. Khamlao wird also umziehen müssen. Sie hat ein kleines Zimmer in Chiang Mai und die Frage ist nun: wie kommt sie von ihrem Zimmer zur Arbeit und zurück? Die Familie will ihr Moped dafür hergeben. Ich frage sie, wie sie den dann zu ihrer Arbeit kommen werden. Sie ziehen die Schultern hoch. Die Ausbildung der Tochter geht ihnen anscheinend vor. Dann verlieren die Eltern aber ihr Einkommen. Wir überlegen, ob es eine Lösung gibt.

Wir entscheiden, ein gebrauchtes Moped, zu kaufen und unserer Partnerorganisation SWAN für genau diese Fälle zur Verfügung zu stellen. Gesagt – im Vorstand darüber abgestimmt und – Getan. Vielleicht fragen Sie sich, ob ein Fahrrad nicht die günstigere Lösung wäre. Dazu muss man wissen, dass Fahrrad fahren in Chiang Mai nur etwas für wirklich Erfahrene Radfahrer ist. ÖVPN ist keine verlässliche Alternative und zu Fuss gehen ist viel zu weit. Mit den Praktikant:innen wird natürlich ein Vertrag abgeschlossen. Ausserdem kaufen wir einen schicken Helm.

Mit einem tablet, dass wir ihr im letzten Jahr zur Verfügung gestellt haben, lernt Khamlao übrigens fleissig englisch. Sie hat sich selbst um eine freie Lizenz bei Duolingo gekümmert.

Wir werden Khamlao weiter begleiten und wünschen ihr und ihrer Familie weiter alles Gute.

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