Zahnärztin Frederike Pawel aus Ansbach behandelt im Flüchtlings Camp LKW

Nach zweijähriger Vorbereitung war es so weit und wir konnten meine Zahnärztin aus Ansbach, Frederike Pawel, in Chiang Mai am Flughafen abholen. Sie reiste auf eigene Kosten an, um Flüchtlinge im Camp Loi Kaw Wan zu behandeln.

Nach einigen Tagen in Chiang Mai fuhren wir fünf Stunden bis zur Thailand/Burma Grenze, an der sich das Flüchtlings Camp LKW befindet.  Dort leben über 2.000 Menschen, die aus dem Shan Staat in Burma vertrieben wurden. Zahnärztliche Behandlung findet nur sehr selten statt. Vor drei Jahren kaufte between-borders zwei professionelle Zahnarztausrüstungen, die uns zugute kommen, wenn sich ein Zahnarzt bereit erklärt zum Behandeln ins Camp zu kommen. Bisher sind es zwei Zahnärzte aus Ansbach, die die Flüchtlinge in LKW regelmäßig versorgen. 

Zahnärztin Pawel wurde von zwei freiwilligen Assistenten unterstützt, Doris aus Österreich und Frank aus Kufstein. Die Behandlung wurde in drei Stufen aufgeteilt. Doris und Frank machten die Erstuntersuchung, wer Bedarf hatte musste auf den Stuhl von Zahnärztin Pawel. Der dritte Teil war den Kindern das Zähneputzen zu lernen, was bisher wenig bekannt ist bei den Bergstämmen in Burma. Jedes Kind bekam seine eigene Zahnbürste und Zahnpasta. Die Kindergärtnerinnen und Lehrer wurden gebeten täglich vor Beginn des Unterrichts mit den Kindern zu üben. 

Der reguläre Zahnarzt in LKW wurde in nur wenigen Stunden ausgebildet. Leider muss er sich auf das Ziehen der Zähne beschränken, zumindest hat er nun gelernt zuvor lokale Betäubung zu geben. Wir arbeiten unter sehr primitiven Voraussetzungen.

Schätzungsweise 60 bis 80 Leute mussten auf den Stuhl. Zahnärztin Pawel redete mit jedem Patienten. Auch wenn sie nicht verstanden wurde, nahm das vielen der Patienten die Nervosität und ein bisschen die Angst. Es ist schon auch nicht einfach auf den Stuhl zu müssen, wenn man zuvor nie einen Zahnarzt und seine Ausrüstung gesehen hat. Ich erinnere mich an meine Kindheit.

Flug, Medikamente und spezielle Ausrüstung wurden von Frau Pawel finanziert. Wir sind sehr dankbar für ihre Unterstützung und das Interesse an den Flüchtlingen. Auch über die gute Zeit, die wir gemeinsam verbrachten, freuen wir uns sehr.

Euer between-borders Team

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