02. März 2016 Besuch der Schule in Piang Luang

Es ist ein ewig langer Weg, hinauf in die Berge, nach Piang Luang. Und je näher wir mit unserem Pick-Up-Truck dem Ziel kommen, umso schöner wird die Landschaft. Allerdings ist es in diesem jahr dermassen trocken in Thailand, daß die Berge zu stauben scheinen. Kurz vor Piang Luang halten wir am Armeecheckpoint. Pinkelpause und ein kurzer Schnack mit den Soldaten, die, wie immer, sehr freundlich sind. Die Langeweile vertreiben sie sich hier oben auf dem Berg mit Boule spielen. Wir kommen in dem verschlafenen Bergnest an. Hier leben Hauptsächlich Shan, Chinesen, Lisu und einige Angehöriger noch kleinerer ethnischer Untergruppen, wie den Pa O oder den Palaung. Ethnische Thai sind hier oben kaum noch zu finden.
Warum sollten wir neben den vielen anstehenden terminen nun auch noch die Schule in Piang Luang besuchen? Die Verbindung sind 11 Kinder die in dem, hier schon seit über 7 Jahren laufenden, von between-borders finanzierten, HIV Programm sind. Wir wollen sie in der Schule besuchen und uns mit ihnen und ihren Lehrern unterhalten. 9 der Kinder treffen wir in der Schule an. 2 hatten Angst, daß andere durch das Treffen erfahren, daß sie von HIV betroffen sind.
Die Leiterin des HIV Programms, Mo Ngern Hom, und die Lehrer der Schule berichten, daß der Umgang mit HIV/AIDS seit Beginn des Programms sehr viel offener ist. Vorurteile konnten abgebaut werden und das Programm trägt dazu bei, daß die betroffenen Familien in der Gemeinde integriert sind. Die Kooperation zwischen HIV Programm und Schule ist hierfür essentiell wichtig. Mo Ngern Hom kümmert sich um Schulungen und Seminare für die Lehrer und auch für die Eltern der anderen Kinder.

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Im Gespräch lerne ich nun die kids kennen. Alles sehr aufgeweckte Racker, die schnel ihre Scheu vor dem langen Ausländer verlieren. Einige kennen ich ja auch schon von voherigen Besuchen. Nach ihren Berufswünschen gefragt, sind die Antworten in dieser Region fast immer gleich. Lehrer, Krankenschwester, Soldat oder Ärztin. Hier haben wir heute auch einen Taxifahrer und sogar einen Magier dabei.
Ein Junge ist allerings sehr ernst und wirkt abwesend. Er ist HIV pos. und die Ärzte haben gemeint, seine medikation sei am Limit und die Viruslast so hoch, daß er keine Überlebenschance habe. Er wird nach hause zum Vater geschickt. Die Mutter des Jungen ist bereits gestorben. Der Vater brennt nun (aus Kummer?) das Haus nieder. Beide, Vater und Sohn überleben und nun geschieht ein Wunder. Der Junge erholt sich. Die Viruslast sinkt und er ist nun gut behandelbar. Solche Geschichten gibt es hier zu Hauf. Er wird in einer Klasse für mental beeinträchtigte Kinder unterrichtet.
Ich frage zum Schluß noch, woran es den Kindern in der Schule noch fehlt. Bei einigen ist dies die Summe von etwa 1500THB(entspr. ca. 40 Euro) pro Kind und Jahr für Kosten wie: gemeinsames Kochen, Werken, Handarbeiten oder Ausflüge. Diesen Bedarf haben aber nur einige der 11 Schüler/innen.
Insgesamt hat mich der Besuch in dr Piang Luang Schule wieder von der Sinnhaftigkeit und Qualität des HIV Programms und der Fähigkeit seiner Leiterin Mo Ngern Hom überzeugt.

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